Stadttor dicht, Rechtsextreme blockiert
Mühldorf (rob). Vor allem jugendliche Linksautonome blockierten heute das Münchner Tor und verhinderten so einen Aufmarsch Rechtsextremer aus dem Kreis Freies Netz Süd gegen „kriminelle Ausländer“ auf dem Stadtplatz.
Klare Ansage: Mühldorf stellt sich gegen Rechtsextreme. (Fotos: Robert Attenhauser)
Etwa 70 rechtsextreme Demonstranten wollten heute gegen 13.30 Uhr vom Bahnhof aus auf zu einer eigenen angemeldeten Kundgebung auf den Stadtplatz ziehen. Dort hätten sie 300 Teilnehmer einer Gegendemonstration von DGB, SPD und weiteren Parteien und Gruppierungen, darunter Bayerns CSU-Umweltminister Dr. Marcel Huber, erwartet. 200 Polizeibeamte sicherten die Situation.
Zur rechtsextremen Kundgebung auf dem Stadtplatz kam es nicht, als Dutzende Gegendemonstranten aus dem linken Spektrum das Münchner Tor blockierten. Der Polizei erschien eine Räumung „aus mehreren Gründen nicht verhältnismäßig und durchführbar“, wie es in einer Polizeimeldung heißt.
Auch eine Ausweichroute über den Stadtwall wurde blockiert. In der Polizeimeldung heißt es: „Hier kam es zu teils sehr hitzigen Diskussionen zwischen den beiden Lagern und mit der Polizei. Auch kleinere Gerangel blieben nicht aus. Hierbei kam es auch zu Flaschen- und Eierwürfen. Polizeibeamte konnten jedoch ein direktes Aufeinandertreffen der Gruppen verhindern, so dass es zu keinen Verletzungen gekommen ist.“
Gegen 15.30 Uhr zogen die Rechten zurück zum Bahnhof und hielten dort ihre Kundgebung ab – unter Pfiffen von Gegendemonstranten.
Zu einer Aktion auf dem Stadtplatz kam es nicht. Dort hatte die Polizei eine Sicherheitszone für die rechtsextremen Demonstranten vor dem Rathaus eingerichtet. Beamte und Polizeifahrzeuge hatten den Stadtplatz davor in zwei Zonen geteilt.
Die Versammlung löste sich gegen 16.15 Uhr auf – nachdem diese ursprünglich bis 18 Uhr geplant war. Die Teilnehmer, darunter reisten mit Zügen und Pkw ab.
Die Polizei nahm einen 20-Jährigen nach einem Flaschenwurf fest. Bei einem Versammlungsteilnehmer wurde ein Baseballschläger sichergestellt. Polizeibeamte mussten eine Vielzahl an Platzverweisen aussprechen und bei einigen Teilnehmern auch unmittelbaren Zwang anwenden.

Parteiübergreifend einig: Hier ist kein Platz für rechtsextremes Gedankengut sagten (v.l.) Mühldorfs SPD-Unterbezirkschef Richard Fischer, CSU-Umweltminister Dr. Marcel Huber und Alöttings SPD-Unterbezirkschef Franz Kammhuber.

Vor dem Nagelschmiedturm war erstmal Schluss mit dem Aufmarsch. Polizei trennte Demonstranten und Gegner.
Endstation für Rechtsextreme: Der Weg war blockiert, die Polizei musste kurz darauf die Rechtsextreme zurück zum Bahnhof geleiten.




