Alle 42: Günter Zellner besteht erste Nominierungs-Hürde

Bürgermeister-Kandidatur – „Einer für alle auch nachts und in Not“ - Nominierungsversammlung für alle Töginger im Müllerbräu – Harrer kündigt fairen und harten Wahlkampf an

Töging (rob). Ein Bürgermeister für alle Töginger und das rund um die Uhr, sagen was geht und was nicht in einer weiter „liebens- und lebenswerten Stadt“ – so hat Günter Zellner, derzeit Dritter Bürgermeister, seine Vorstellung vom Amt des Ersten Bürgermeisters formuliert bei der Nominierungsversammlung für die Kommunalwahl am Freitagabend im Gasthaus Müllerbräu.

Günter Zellner Nominierung 1Günter Zellner schilderte sein Amtsverständnis eines Ersten Bürgermeisters und seine Ziele bei der Nominierungsversammlung am Freitag im Müllerbräu. (Fotos: Robert Attenhauser)42 von 42 möglichen Stimmen hat Günter Zellner für seine Bewerbung als SPD-Bürgermeisterkandidat bei den Kommunalwahlen im Frühjahr 2020 erhalten. Bei der Jahreshauptversammlung des SPD-Ortsvereins durften auch Nicht-Mitglieder mitstimmen – 16 Besucher nutzten die Gelegenheit.

Zellner will die Reihe „erfolgreicher SPD-Bürgermeister“ im Jahr 2020 fortsetzen – nach Franz Förg, Mas Saalfrank und Horst Krebes, die 56 Jahre die Stadt mitunter in Krisenzeiten gestaltet haben, wie zuletzt Krebes nach dem Niedergang der VAW.

„Ich will Erster Bürgermeister werden“

„Ich will Erster Bürgermeister werden“ – der Satz am Anfang seiner Bewerbungsrede für das Amt löste am Freitagabend Beifall aus. Der 50-jährige Zellner lebt seit 20 Jahren in Töging, nimmt hier seit fünf Jahren die Aufgaben des Dritten Bürgermeisters wahr, und arbeitet als Regionsgeschäftsführer Oberbayern beim Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB), Zellner ist ehrenamtlicher Richter bei der AOK Rentenversicherung.

Bürgernähe, Repräsentant aller Töginger, Bürgerbeteiligung, offen sein für Neues, das Amt ehrlich verkörpern, kommunikations- und kompromissfähig, konsensorientiert, Toleranz, Solidarität, Motor sein, die Fähigkeit sich in Dinge reinzuarbeiten, da sein, wenn es Probleme gibt – Zellner sagt „ich kann Bürgermeister und deswegen stelle ich mich auch zur Verfügung“. Die Besucher im Müllerbräu-Saal kommentierten dies wieder mit Beifall – nicht zum letzten Mal an diesem Abend.

„Das Salz in der Suppe“

Zellner sieht Herausforderungen für die Stadt inmitten zweier Landkreise sowohl durch den gesellschaftlichen Wandel und kulturelle Veränderungen, nicht nur bei Vereinen und dem Jugendtreff. Töging müsse als „liebens- und lebenswerte Stadt“ erhalten bleiben, als Stadt, in der sich „alle wohlfühlen“. Ein Schritt dafür ist Zellner zufolge der Erhalt manch freiwilliger Leistungen – diese seien „das Salz in der Suppe“, angefangen bei der Gestaltung von Verkehrsinseln bis zum Erhalt des Freibades.

Dass sich Zellner schon lange für die Stadt einsetzt, macht der Kandidat auch an seinem Engagement beim Förderverein für den Kindergarten fest, dem er weiter diene, auch nachdem die eigenen Kinder dort längst weg seien. Überhaupt will Zellner Jugendlichen nicht nur Ausbildung ermöglichen – sie sollten auch danach eine Anstellung in der Stadt finden. Die Gewerbesteuer der Selbstständigen wie großer Unternehmen sieht Zellner als Notwendigkeit – aber diese Betriebe prägten auch das Leben in der Stadt. Die Arbeitsplätze sind für Zellner gar ein „Markenzeichen“ der Stadt.

Zellner versprach für die Bürger da zu sein, auch nachts und in Stunden der Not. Das Amt des Bürgermeisters sei Last und Bürde – aber auch „große Würde“, so Zellner.

Birgit Noske, die sich den Ortsvereinsvorsitz seit einem Jahr mit Marco Harrer teilt, berichtete von den Aktionen des Ortsvereins zwischen Landtagswahl und Ferienprogramm, wie der Bahnhofs-Brotzeit-Tüten-Aktion „Auf den Inhalt kommt es an“.

Marco Harrer war die nach seinen Angaben nach erfolgreiche Doppelspitze gar eine „kleine Liebeserklärung“ wert. Das Ziel sei nah wieder mehr SPD-Stadträte und das Amt des Ersten Bürgermeisters für die Töginger wieder zu erlangen. Die SPD-Stadträte hätten „immer ein Ohr am Bürger – da erfährt man so einiges“, sagte Harrer, ohne allerdings konkret zu werden. Dennoch ist Harrer aus dem Gehörten „optimistisch“, die gesetzten Ziele zu schaffen in einem „sachlichen und sehr fairen aber auch harten Wahlkampf“. Aber es werde auch geschaut, was seit 2014 alles falsch gelaufen sei, so Harrer.

„Ohne Fraktionszwang“, „professionelle Politik“

Harrer sieht dabei die SPD als wahren Taktgeber der Stadtpolitik und dies „ohne Fraktionszwang“. Die „professionelle Politik“ der Partei sei langfristig erkennbar, wie die Entscheidung des Festhaltens an einer eigenen Trinkwasserversorgung zeige. Ohne das Engagement der SPD hätte man PFOA-verseuchtes Wasser gehabt. Dies allerdings versuche die CSU „unter den Teppich“ zu kehren. Und: Für eine Straßensanierung statt 200000 Euro letztlich 1,1 Million Euro ausgeben zu müssen – dies sei auch nicht gerade professionell so Harrer. Auch die Planung des Neubaus der Schulturnhalle habe schon unter Bürgermeister Krebes begonnen. Der Ausbau als Zweifach-Turnhalle sei nach den Gesprächen der SPD mit Vereinsvertretern über die Anforderungen und Bedürfnisse und einer entsprechenden Förderung zustande gekommen.

Harrer kritisierte, dass der Amtsinhaber in einer Stadtratssitzung „laut“ geworden sei, als ihm der ehemalige SPD-Stadtrat Werner Lehner gebeten habe, doch mehr zu gestalten als zu verwalten.

Kassier Gaby Ortinger beziffert den Jahresanfangsbestand auf 13836 Euro, den Jahresendbestand nach Einnahmen von etwa 6700 Euro auf 16201 Euro.

Auf Vorschlag von Kassenprüfer Werner Lehner wurde die Vorstandschaft entlastet.

Martina Völzke berichtete für die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen u.a. über die Kooperation mit dem Burghauser Verein „Frauen helfen Frauen“.

Zellner hat sich für seine Kandidatur für das Amt des Ersten Bürgermeisters nach dem Votum der Spitze des Ortsvereins am Freitag auch den Zuspruch aus Bevölkerung und der Parteibasis geholt. Der rechtlich bindende Schritt für die Partei soll gemeinsam mit der Nominierung der Stadtratskandidaten im Herbst geschehen.


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